PAS 2060 – das offizielle Regelwerk für Klimaneutralität

Die internationale Spezifikation PAS 2060 gilt als das erste gültige Regelwerk für Klimaneutralität bzw. CO2-Neutralität. PAS 2060 wurde zum ersten Mal im Jahr 2010 und dann in einer überarbeiteten Fassung im Jahr 2014 von British Standards Institution (BSI) veröffentlicht.

PAS 2060 – Regelwerk für Klimaneutralität

EHA validiert seit 2016 Klimaneutralität von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen nach PAS 2060.

Ziele des Regelwerks PAS 2060

Dem BSI ging es bei der Entwicklung von PAS 2060 um mehr Transparenz bei den CO2-Neutralitätsansprüchen. Dies soll durch die Bereitstellung einer gemeinsamen Definition und anerkannter Methode zur Erreichung des CO2-neutralen Status gewährleistet werden.

PAS 2060 geht ein Stück weiter als die bekannten Standards zur Berechnung von Treibhausgasemissionen und gibt zusätzlich konkrete Anforderungen an Klimaneutralität vor sowie verlangt Beweise zu deren Erfüllung.

Dafür müssen im ersten Schritt die Emissionen, seien es die eines Unternehmens, eines Produktes, einer Dienstleistung oder einer Veranstaltung, nach festen Kriterien quantifiziert und dokumentiert werden. Diese Kriterien betreffen u.a. die Systemgrenzen also wofür der Carbon Footprint bzw. der CO2-Fußabdruck berechnet wird, Methodik zur Bestimmung der Unternehmensgrenzen, welche Treibhausgase und welche Scopes betrachtet werden müssen sowie welche Emissionen ausgeschlossen werden dürfen.

Reduktion der Emissionen als zentrale Vorgabe

Ein zentrales Kriterium für die Erreichung der Klimaneutralität nach PAS 2060 ist die Reduktion des Carbon Footprints. Das Unternehmen muss dafür einen Carbon Footprint Management Plan entwickeln und erfolgreich umsetzen. In einem solchen Aktionsplan werden konkrete Maßnahmen mit CO2-Reduktionszielen geplant und deren Umsetzung dokumentiert. Das Unternehmen muss auch dafür sorgen, dass der Fortschritt der Umsetzung sowie die Auswirkung der Maßnahmen geprüft und im Falle einer Zielverfehlung Korrekturmaßnahmen eingeführt werden.

Erst im letzten Schritt dürfen die restlichen Emissionen mit Emissionsminderungszertifikaten, auch als Klimaschutzzertifikate bekannt, die nach PAS 2060 auch konkrete Kriterien erfüllen müssen, ausgeglichen werden.

Eine Ausnahme wird im ersten Jahr der Klimaneutralität nach PAS 2060 gemacht, wobei für den ersten Leistungszeitraum die Klimaneutralität durch 100% Kompensation erreicht werden darf.

PAS 2060 – Transparenz & Glaubwürdigkeit

Im Hinblick auf Transparenz und Glaubwürdigkeit verlangt PAS 2060 die Veröffentlichung eines sogenannten Qualifying Explanatory Statements (QES) – der Carbon Footprint Management Plan ist Teil davon. Diese Erklärung muss eine Reihe an Informationen enthalten, die sich sowohl auf die Verpflichtung zur Klimaneutralität, als auch die Erklärung der Erreichung der Klimaneutralität beziehen.

Im Großen und Ganzen schafft ein Unternehmen durch die Veröffentlichung von einem QES Transparenz bezüglich seiner Klimaneutralität. Im QES müssen daher alle wichtigen Informationen dargelegt werden. Dazu gehören u.a.

  • Angaben zur Organisation, die die Erklärung macht,
  • Angabe der Zeiträume für die Verpflichtung zur Klimaneutralität sowie die Erreichung der Klimaneutralität.
  • Gegenstand der Erklärung und Systemgrenzen,
  • der CO2-Fußabdruck,
  • die Angaben zur Datenqualität,
  • die Vorgehensweise bei der Datenerhebung,
  • die geplanten Maßnahmen und die erwarteten Einsparungen für die Verpflichtung zur Klimaneutralität,
  • Angaben zur Prüfung der Umsetzung des Maßnahmenplans sowie Bestimmung des eventuellen Handlungsbedarfs,
  • die durchgeführten Maßnahmen und die erreichten Reduktionsziele für die Erreichung der Klimaneutralität,
  • Angaben zu Klimaschutzzertifikaten für die Kompensation der restlichen Emissionen,
  • Angaben zur Validierung, u.a. wer und wann validiert hat, nach welchem Standard, für welchen Zeitraum,

PAS 2060 verlangt, dass das QES von einem obersten Vertreter des Unternehmens unterschrieben wird. Dies beweist, dass für die Klimaneutralität nach PAS 2060 die Verpflichtung der obersten Chefetage unabdingbar ist.

Möglichkeiten der Konformitätsbewertung nach PAS 2060

Für die Konformitätsbewertung der Klimaneutralität nach PAS 2060 gibt es die folgenden drei Möglichkeiten:

  1. Selbst-Validierung. Diese Option bedeutet, dass die Organisation selbst ihre eigene Klimaneutralität validiert. Natürlich muss auch in diesem Fall beweisen werden, dass die Klimaneutralität nach Anforderungen von PAS 2060 erreicht wurde.
  2. Validierung durch einen Dritten. Die Durchführung der Validierung durch eine externe Organisation ist glaubwürdiger als eine Selbst-Validierung. Diese Option wird daher empfohlen, wenn eine Organisation mit ihrer Klimaneutralität nach außen werben möchte, sich von Vorwürfen bezüglich einer eventuell fehlenden Stichhaltigkeit schützen möchte sowie das Vertrauen in ihre Klimaneutralität stärken möchte.
  3. Zertifizierung durch einen unabhängigen Dritten darf nur durch einen vom United Kingdom Accreditation Service (UKAS) akkreditierten Dritten durchgeführt werden.

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