Carbon Leakage - Was ist das?

Carbon Leakage
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Carbon Leakage, ein Begriff der im Zuge des Emissionshandels und der CO₂-Steuer immer wieder auftaucht. Doch was bedeutet Carbon Leakage und warum ist Carbon Leakage für die im Jahr 2021 beginnende, vierte Handelsperiode des europäischen Emissionszertifikatshandels von besonderer Bedeutung? EHA klärt auf!

Carbon Leakage bezeichnet im Allgemeinen die Verlagerung von CO2-Emissionen, die in Nicht-EU Drittstaaten unter das Europäische Emissionshandelssystem (engl. Emission Trading System (ETS)) fallen.

Emissionshandel zur Reduktion von Emissionen

Grundsätzlich verpflichtet das Europäische Emissionshandelssystem Unternehmen bzw. Betreiber von emissionsintensiven Industrieanlagen zur Teilnahme am europäischen Emissionshandel. Diese Unternehmen müssen für ihre Emissionen Zertifikate erwerben. Durch den Erwerb der Zertifikate sollen wirtschaftliche Anreize für die Unternehmen geschaffen werden, den eigenen Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren und somit zur Erreichung der Klimaziele der EU beizutragen.

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Risiko von Carbon Leakage

Durch die Teilnahme am Emissionshandel verzeichnen die Unternehmen z.T. einen erheblichen Anstieg der Kosten. Dieser Anstieg kann ihre Ausgangslage im internationalen Wettbewerb negativ beeinflussen. Für diese Unternehmen herrscht ein hohes Risiko des Carbon Leakage: der Verlagerung ihrer Produktionsstandorte und somit der Emissionen ins Ausland. Vor diesem Hintergrund erhalten diese Unternehmen eine Sonderbehandlung im Rahmen des ETS.

Carbon Leakage gefährdete Unternehmen

Die Sonderbehandlung der Carbon Leakage gefährdeten Unternehmen sieht eine Erhöhung des Anteils an kostenlosen Emissionszertifikaten vor. Diejenigen Unternehmen finden sich auf einer offiziellen Liste wieder. Die Europäische Kommission erstellt die Liste im Einvernehmen mit den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament nach einer Folgenabschätzung und einer ausführlichen Konsultation der Interessenträger.

Fehlannahmen über Carbon Leakage Risiko

Die europäische Kommission räumt ein, dass „das Carbon-Leakage-Risiko als erheblich geringer eingeschätzt wurde als zum Zeitpunkt der Annahme des Klima- und Energiepakets 2020 im Jahr 2009“ (EU) und begründet diese Fehlannahme wie folgt: Anlässlich der Wirtschaftskrise und des damit verbundenen Produktions- und Emissionsrückgangs haben die meisten unter das EU-EHS fallenden Industrieanlagen einen erheblichen Überschuss an kostenlosen Zertifikaten angehäuft. Der CO₂-Preis ist aufgrund der niedrigeren Nachfrage nach Zertifikaten zurückgegangen. Die erhoffte Lenkungswirkung durch den Europäischen Emissionshandel blieb somit aus.

Reform zu Carbon Leakage und Emissionshandel

Die Europäische Kommission erarbeitet derzeit eine Reform des Emissionshandels. Ab 2021 beginnt die 4. Handelsperiode des ETA. Es ist damit zu rechnen, dass im Zuge des EU Green Deals und einer beschlossenen CO₂-Steuer die Carbon Leakage Liste erheblich gekürzt wird. Künftig werden nur noch wenige Unternehmen eine kostenfreie Zuteilung von Emissionszertifikaten erhalten. Die Gefahr des Carbon Leakage wird dadurch jedoch nicht unbedingt gebannt.

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