Deutschland braucht die Wärmewende

Während der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor seit Jahren konsequent ansteigt und im Jahr 2017 gut 36 Prozent betrug, stagniert diese Entwicklung im Bereich des Wärmesektors.

Deutschland braucht die Wärmewende
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Der Anteil an erneuerbaren Energien lag dort im Jahr 2013 noch bei 13,9 Prozent. Im Jahr 2017 hingegen nur noch bei 13,2 Prozent.

Anteil der erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom und Wärme
Anteil der erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom und Wärme

Hälfte des Endenergieverbrauchs im Wärmesektor

In Deutschland fallen nur gut 20 Prozent des Endenergieverbrauchs auf den Stromsektor. Allein Erdgas, als wichtigster Energielieferant im Bereich Wärme macht über 25 Prozent des Gesamtverbrauchs aus. Hinzu kommen Heizöl und Fernwärme. Gut die Hälfte des Endenergieverbrauchs ist somit auf den Wärmesektor zurückzuführen.

Die meisten Haushalte verbrauchen mehr Energie allein für die Beheizung der Gebäude, als für alle anderen Zwecke zusammen. In Unternehmen und Industrieflächen findet sich je nach Art der Produktion und/oder Dienstleistung eine sehr ähnliche Situation. Der Wärmebedarf von Wohngebäuden, Büroimmobilien und Industriebetrieben ist also groß und ein enormer Kostentreiber.

Wärmeeffizienz als wichtige Stellschraube

Neben der Entwicklung hin zu einer gesteigerten Nutzung von Wärmeenergie aus erneuerbaren Energiequellen, ist folglich auch das Thema Wärmeeffizienz eine wichtige Stellschraube. Zwar konnte der Wärmeverbrauch neuer Gebäude durch energetische Vorschriften stark verringert werden, jedoch ist der gesamte Wärmeverbrauch kaum gesunken. Die energetische Sanierung von Gebäuden hat insbesondere im gewerblichen Bereich nur einen kleinen Teil der Liegenschaften erreicht.

Sektorenkopplung: Energiewende als Basis für die Wärmewende

Die Energie- und Stromwende sind aktuell nahezu gleichbedeutend, das muss sich ändern. Die Energiewende und der Ausbau erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung hat aber die notwendige Basis für eine Wärmewende geschaffen. Die Sektorenkopplung und Verbindung des Strom- und Wärmesektors stellt die Basis dar für eine erfolgreiche Wärmewende. Dort wo erneuerbare Wärmeenergiequellen wie biogene Festbrennstoffe, Biogas, Solar- oder Geothermie aufhören, kommt elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen ins Spiel.

Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmepumpen

Ein Beispiel für eine enge Verzahnung der erneuerbaren Strom- und Wärmeproduktion ist die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Im Rahmen der KWK werden Strom und Wärme gemeinsam erzeugt. Die technische Basis für diese Anlagen bietet die Abwärme. Insbesondere im produzierenden Gewerbe entstehen oftmals geraume Mengen, die als Nebenprodukt nicht immer genutzt, sondern einfach abgeführt werden. Über einen Wärmewechsler kann die Abwärme als Heizenergie aber nutzbar gemacht werden; beispielsweise zur Warmwasser-Erzeugung. Durch einen nachgeschalteten Generator wird gleichzeitig Strom erzeugt. (Siehe Abbildung) Die Effizienz von KWK-Anlagen ist zudem sehr hoch. So wird durch den Einsatz von Wärmepumpen mithilfe von elektrischer Energie Wärme erzeugt.

Über kurze Zeiträume hinweg lässt sich Wärme zusätzlich deutlich kostengünstiger speichern als elektrische Energie. So greifen hier die Energie- und Wärmewende direkt ineinander.

Wichtiger Schritt in Richtung Zukunft

Von einer real-existierenden Wärmewende lässt sich in Deutschland noch nicht sprechen. Die zunehmende Bereitstellung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen, ist nicht nur für den Stromsektor ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit und Unabhängigkeit. Auch die Bundesregierung hat erkannt, dass Nachholbedarf besteht und im Dezember 2017 den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz beschlossen. Die EHA setzt sich tatkräftig für eine positive, nachhaltige Entwicklung ein und begleitet Unternehmen auf dem Weg zu einem effizienten Energiemanagement, welches sowohl Strom und z. T. Wärmekonzepte umfasst.

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