EDL-G Energieaudit oder Energiemanagementsystem? 5 Tipps zur Entscheidung

Wie bereits in dem EHA Jahresausblick für das Jahr 2019 angekündigt, steht dieses Jahr die zweite Runde der Energieaudits auf Grundlage des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) an.

EDL-G Energieaudit oder Energiemanagementsystem? 5 Tipps zur Entscheidung
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Für viele Unternehmen stellt sich deshalb die Frage: Wie nutzen wir die nächste Periode des EDL-G, führen wir ein Energieaudit oder Energiemanagement durch, wie gehen wir am effizientesten vor?

EDL-G fordert Energieaudit oder Energiemanagementsystem

Zur Erinnerung: Gemäß §8 des EDL-G besteht für Unternehmen mit Nicht-KMU Status die Verpflichtung bis zum 5. Dezember 2015 und dann, gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Energieaudits mindestens alle vier Jahre ein weiteres Energieaudit durchzuführen.

Als KMU gelten kleine bis mittlere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € und einer Mitarbeiteranzahl von weniger als 250 Beschäftigten, genau wie Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von weniger als 500.000 kWh. Das Energieaudit hat den Anforderungen der DIN EN 16247-1 zu entsprechen. Alternativ können Unternehmen auch auf ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 setzen.

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Energieaudits vergleichbar mit Energieeffizienzberatung

Die Inhalte eines Energieaudits sind vergleichbar mit einer Energieeffizienzberatung. Es gibt eine Eingangsbesprechung und Datenerfassung, eine Analyse mit Vor-Ort Begehung sowie ein Bericht mit bewerteten Einsparpotenzialen und Maßnahmen. Für die Durchführung ist ein Energieauditor mit entsprechenden Qualifikationen erforderlich. Der Schwerpunkt liegt u.a. in der Ermittlung von Einsparpotenzialen und der Generierung von Effizienzmaßnahmen, deren Umsetzung aber nicht verpflichtend ist. Ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 bündelt die Ergebnisse eines Energieaudits langfristig und ermöglicht ein fortwährendes und ausführliches Monitoring der Energiedaten.

Relevante Entscheidungskriterien

Wonach können sich Unternehmen bei der Entscheidung zwischen einer Wiederholung des Energieaudits oder der Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 richten? Die folgenden 5 Tipps zeigen die relevantesten Kriterien auf. Ausführliche Informationen liefert das EHA Whitepaper Energieaudit oder Energiemanagementsystem?.

Ablauf Energieaudit nach DIN EN 16247
Ablauf Energieaudit nach DIN EN 16247

1. Energieaudit bei dezentraler Organisation

Wie komplex ist das Unternehmen? Gibt es mehrere Standorte? Sind diese eher dezentral strukturiert, oder gibt es eine stark zentralisierte Ausrichtung?

Letztere ist entscheidend für einen effektiven Aufbau und die Steuerung eines Energiemanagementsystems. Bei wenigen, dezentral organisierten Standorten bieten Energieaudits also die weitaus einfachere Lösung. Energieaudits sind wesentlich standortbezogener als das eher zentral ausgerichtete System eines EnMS. Bei internationalen Unternehmen müssen bei der Entscheidung für den Weg der Energieaudits die jeweils geltenden, nationalen Gesetze hinsichtlich eines Audits berücksichtigt werden. Ein EnMS hingegen kann sich auf eine beliebige Gruppe von Standorten beziehen, solange eine zentrale Steuerung gegeben ist.

Eine vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) durchgeführte Studie bestätigt dieses Bild während der ersten Durchführungsperiode des EDL-G.

Die zum EDL-G befragten Unternehmen, die sich beispielsweise dem Lebensmitteleinzelhandel zugehörig fühlen und ein EnMS umgesetzt haben, besitzen durchschnittlich 453 Standorte. Unternehmen derselben Gruppe, die sich für ein Energieaudit entschieden haben, haben hingegen durchschnittlich nur 75 Standorte. Für größere Unternehmen scheint ein Energiemanagementsystem also eine durchaus attraktivere Lösung als für kleinere Unternehmen.

2. Energiemanagementsystem verlangt starke, personelle Einbindung

Ein Energieaudit geht in der Regel mit weitaus geringeren Kosten und personellem Aufwand einher. Für die Energieaudits ist lediglich ein Ansprechpartner und gegebenenfalls Personen vor Ort gefragt, die während des Energieaudits Daten für den Auditor zur Verfügung stellen. Ein EnMS nach DIN EN ISO 50001 verlangt eine starke Einbindung der obersten Leitung und die Information und das Bewusstsein für Energiethemen bei allen Mitarbeitern. Insbesondere Mitarbeiter, mit Einfluss auf den Energieverbrauch (Wartung und Instandhaltung) sind explizit gefragt und müssen zentral in den Prozess eingebunden werden.

3. Energiemanagementsystem Ausstellung eines Zertifikats

Ein Energieaudit erfüllt lediglich das Gesetz. So gibt es hier keine besonderen Zertifikate oder Nachweise, welche für die externe Platzierung und Kommunikation des Themas geeignet sind. Ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 hingegen ist die Kür der Aktivitäten im Rahmen der Umsetzung des EDL-G. Über das EnMS Zertifikat kann der Kommunikation langfristiger Klimaziele und dessen Erreichung öffentlichkeitswirksam Nachdruck verliehen werden. In einer Studie der Klimaschutz Organisation CDP kam zum Tragen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen den Klimaschutzberichten eines Unternehmens und ihrer Börsenbewertung gibt.

4. Bedeutung der Energiekosten

Je energieintensiver ein Unternehmen, desto sinnvoller wird ein EnMS. Die Erfolgsaussichten, durch das gewählte System, langfristige Optimierungen des Energieverbrauchs und somit auch der Energiekosten einzufahren, sind mit einem Energiemanagementsystem deutlich höher, als bei einem Energieaudit. Ohne Nachdruck landen die Ergebnisse einer Auditierung bei einigen Unternehmen buchstäblich in der Schublade, ohne dass empfohlene Maßnahmen nachverfolgt werden. Ein zertifiziertes EnMS kann an dieser Stelle natürlich zu mehr Verpflichtung führen, insbesondere dann, wenn das Engagement für Energieeffizienzmaßnahmen eher auf persönlichem Interesse einzelner Mitarbeiter beruht. Ein EnMS sorgt für eine zentrale Verankerung des Themas innerhalb der Organisation.

5. Energiemanagementsystem gemäß High Level Structure

Für ein Energiemanagement spricht auch, wenn bereits andere Managementsysteme im Unternehmen Anwendung finden. Hier besteht die Möglichkeit eines integrierten Managementsystems, welches die Systeme zum Beispiel zu Qualität, Arbeitsschutz, Umwelt und Energie umfasst. Alle Systeme basieren auf der sogenannten High Level Structure, die eine standardisierte Struktur für alle Managementsysteme vorgibt. Gleichzeitig kann für die Einführung eines EnMS auf den bestehenden Erfahrungen zum Aufbau eines Managementsystems aufgebaut werden. Dies vereinfacht den Prozess und sorgt für effektive Gestaltung sorgt.

Wie aber sehen nun die nächsten Schritte aus?

Analysieren Sie ihre Situation. Tragen Sie alle Fakten zusammen und machen Sie sich klar, was sie erreichen wollen.
Bei Fragen unterstützen wir Sie gerne!

Ihre Ansprechpartnerin bei EHA:

Dr. Karen Meimberg
Teamleiterin Energieconsulting

+49 (0)40 80 60 06 - 362
k.meimberg@eha.net

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