EDL-G Novelle 2019 in Kraft - Was ist neu?

Aktualisiert

Wie bereits im EHA Jahresausblick zur deutschen Energiewirtschaft in 2019 angekündigt, ist am 25.11.2019 die Novelle des Energie­dienst­leistungs­gesetzes (EDL-G) wirksam geworden.

EDL-G -Novelle ist in Kraft
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Die drei wichtigsten Änderungen sind die Einführung einer Bagatellgrenze für große Unternehmen mit geringem Energieverbrauch, die verpflichtende Online-Energieauditserklärung und höhere Anforderungen an die Energieauditoren.

Energieaudits: Einführung von Bagatellgrenze und Meldepflicht

Die Energieauditpflicht gilt für alle Unternehmen mit Nicht-KMU Status (Unternehmen ab 250 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro und einer Jahresbilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro).

Um unwirtschaftliche Energieaudits zu vermeiden, gibt es jetzt für die Nicht-KMU mit geringen Energieverbräuchen eine Bagatellgrenze. Wer in den zwölf Monaten vor dem Energieaudit einen Gesamtenergieverbrauch von höchstens 500.000 kWh hatte, braucht kein vollständiges Energieaudit durchzuführen. Diese Unternehmen müssen spätestens zwei Monate nach dem Termin, an dem das Unternehmen auditpflichtig wäre, gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) per Online-Erklärung mitteilen, dass ihr Verbrauch unterhalb der neuen Grenze liegt und dieses mit ausgewählten Basisdaten nachweisen. Die Erklärung erfordert Angaben zum Gesamtenergieverbrauch und zu den Kosten aufgeschlüsselt nach Energieträgern.

EHA Geschäftsführer Dirk Mithöfer bringt zentrale Änderungen auf den Punkt

Achtung: Die neue Bagatellgrenze gilt nicht rückwirkend!

Nicht-KMU-Unternehmen, die ein umfassendes Energieaudit durchführen mussten, sind verpflichtet, darüber spätestens zwei Monate nach Fertigstellung des Auditberichts eine Online-Erklärung abzugeben. Diese Meldung muss Angaben zum Unternehmen, zum Energieauditor, zum Gesamtenergieverbrauch (aufgeteilt nach Energieträgern), zu den Energiekosten (aufgeteilt nach Energieträgern), zu identifizierten Maßnahmen inklusive Investitionskosten und erwarteten jährlichen Einsparungen sowie zu Kosten des Energieaudits enthalten.

Alle Unternehmen, die das Energieaudit bis zum 31.12.2019 abschließen, profitieren von einer verlängerten Meldefrist bis zum 31.03.2020. Wer ein zertifiziertes Energiemanagementsystem oder Umweltmanagementsystem implementiert hat, muss keiner Meldepflicht nachkommen.

Höhere Anforderungen an den Energieauditor

Um die Qualität der Energieaudits zu erhöhen, wurden die Anforderungen an die fachliche Qualifikation des Energieauditors erhöht. Dieser muss ab sofort beim BAFA registriert sein, eine entsprechende Ausbildung nachweisen und gegenüber der Behörde regelmäßige Fortbildungen belegen.

Hilfreiches Info-Material des BAFA

Das BAFA hat die Anforderungen an die Energieaudits in mehreren Merkblättern und Leitfäden erläutert. Wichtig sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel der Leitfaden zur Erfassung des Gesamtenergieverbrauchs und der Leitfaden zur Erstellung des Energieberichts. Um die Anforderungen an Wiederholungsaudits zu konkretisieren, hat das BAFA ein Merkblatt für Energieaudits herausgegeben sowie erstmalig einen Leitfaden zur Erstellung von Energieauditberichten veröffentlicht. Letzterer enthält auch Hinweise zur 90/10 Regelung, die besagt dass nur 90 Prozent des Energieverbrauchs im Verbund des Unternehmens durch das Energieaudit abgedeckt sein müssen.

Bei Unternehmen, die über eine Vielzahl an vergleichbaren Standorten verfügen, wird das Energieaudit als verhältnismäßig und repräsentativ bewertet, wenn Energieaudits nur an einer repräsentativen Anzahl von Standorten durchgeführt werden. Zu diesem Zweck können sogenannte Multi-Site-Verfahren zur Anwendung kommen, bei denen Cluster von Standorten gebildet werden. Wichtig hierbei ist, dass auch bei Anwendung des Multi-Site-Verfahrens der Gesamtenergieverbrauch des jeweiligen Unternehmens ermittelt werden muss.

Die aktuellen BAFA-Merkblätter finden Sie hier.

EEG-Umlage und Energiewirtschaftsgesetz

Neben den Änderungen im Energiedienstleistungsgesetz umfasst die EDL-G Novelle auch Regelungen für die EEG-Umlage für neue, hocheffiziente KWK-Anlagen sowie die aktuell noch relevanten beihilferechtlichen Vorbehalte im EEG und KWK-Gesetz. Außerdem erfolgt eine Klarstellung in Hinblick auf die Netzentgeltbefreiung für Power to Gas Anlagen im Energiewirtschaftsgesetz.

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