EEG-Novelle 2021 gefährdet Rentabilität von Photovoltaik auf Gewerbedächern

EEG-Novelle 2021
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Die Dachflächen von großen Märkten und Logistikzentren bieten ideale Flächen für Photovoltaikanlagen.

Mit Solarzellen selbst Strom zu erzeugen, ist für viele Handelsunternehmen dank günstiger Rahmenbedingungen derzeit attraktiv.

So stellen die typischen Gewerbedächer mit einer Leistung zwischen 500 kW und 750 kW rund 21 Prozent des deutschen PV-Marktes dar. Allerdings könnte die Investitionsbereitschaft schon bald einen herben Dämpfer bekommen und der weitere Zubau jäh gebremst werden. Im Januar 2021 soll die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft treten. Der Gesetzentwurf beinhaltet auch Neuregelungen für die Photovoltaik wie eine Umstellung des Fördersystems für mittelgroße und große PV-Dächer.

EEG Marktprämie ab 2021 für Wenige statt fester Vergütung für Alle

Waren Förderausschreibungen bislang erst bei PV-Anlagen ab 750 kW vorgeschrieben, gilt ab sofort: Photovoltaik-Dachanlagen mit einer installierten Leistung zwischen 300 und 750 kW erhalten die Wahlmöglichkeit, entweder an Ausschreibungen teilzunehmen oder eine Festvergütung in Anspruch zu nehmen und einen Teil ihres Stroms selbst zu verbrauchen. Diese Festvergütung wird jedoch nur für die Hälfte der erzeugten Strommenge gewährt.

Zudem plant die Bundesregierung, das Ausschreibungsvolumen zu deckeln. In den nächsten beiden Jahren soll das Volumen jeweils bei 250 MW liegen, was nur einem Bruchteil des bisherigen jährlichen PV-Zubaus entspricht.

Solare Vollbremse - Ausbaueinbruch bei Photovoltaikanlagen durch EEG Novelle erwartet

Düstere Aussichten also für den weiteren Zubau von Photovoltaik auf den Gewerbedächern. Einen Markteinbruch prophezeit auch ein Gutachten von EuPD Research im Auftrag der Solarbranche. Die Marktforscher haben eine Studie zu den Auswirkungen des Gesetzesentwurfs auf das Photovoltaik-Investitionsverhalten gewerblicher Investoren erstellt. Der Ausbau werde unter diesen Rahmenbedingungen dramatisch einbrechen, da sich Amortisationszeiten von über 15 Jahren für neue PV-Anlagen ergeben. Die Bonner Marktforscher erwarten einen Marktdämpfer für den Photovoltaikzubau in Höhe von 4,2 GW bis zum Jahr 2030.

Jan-Oliver Heidrich, EHA-Geschäftsführer und Vorsitzender Energieausschuss beim HDE, hält die Auktion nicht allein wegen des bürokratischen Aufwands für kein geeignetes Instrument zur Vergabe von Marktprämien.

Schon bei der Bauplanung muss für PV-Anlagen die Tragkraft der Dächer erhöht werden und das lohnt sich nur, wenn eine sichere Einspeisevergütung für den Überschussstrom gegeben ist.

Jan-Oliver Heidrich, EHA-Geschäftsführer und Vorsitzender Energieausschuss beim HDE

Angesichts eines zweifelhaften Zuschlags seien die Vorlaufinvestitionen zu hoch.

Plädoyer für Obergrenze von 1.000 kW Leistung

Jan-Oliver Heidrich argumentiert nicht nur gegen den Systemwechsel bei der Solardachförderung, sondern fordert sogar eine Anhebung der Obergrenze für eine Förderung ohne Ausschreibung auf 1.000 kW Leistung, so wie es EU-weit möglich ist.

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