Messstellenbetriebsgesetz – Erst prüfen, dann handeln

von EHA Redaktionsteam
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Im Zusammenhang mit dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) kommen viele Fragen auf und es werden auch widersprüchliche Informationen verbreitet. Unternehmen sind verunsichert. EHA sorgt für Klarheit und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Müssen auch relativ neue Stromzähler ersetzt werden?

Eines vorweg: Der Austausch von Zählern ist grundsätzlich nur dann verpflichtend, wenn die Eichfrist abgelaufen ist oder technische Mängel vorliegen. In diesem Fall werden Sie rechtzeitig informiert durch den zuständigen Messstellenbetreiber.

Die Bundesnetzagentur wird vermutlich noch in 2017 den Startschuss geben für den Smart Meter Rollout in privaten Haushalten und im Kleingewerbe. Dort werden dann überwiegend mechanische Basiszähler ersetzt (Eintarif-Messung ohne weitere Tarifzeiten und ohne Leistungsmessung).

Allerdings entsteht durch das MsbG für Unternehmen mit einem Stromverbrauch zwischen 6.000 kWh bis 100.000 kWh eine Umbauverpflichtung für den grundzuständigen Messstellenbetreiber.

Entgegen anders lautender Behauptungen gibt es für Unternehmen keinen akuten Handlungsbedarf. Der Umbauverpflichtung unterliegen allein die grundzuständigen Messstellenbetreiber. Wer Angebote von Messstellenbetreibern erhält, sollte sorgfältig prüfen, ob Preis, Leistung, Referenzen und Zeitpunkt passen.

Kann EHA meinen Stromzähler tauschen und den Messstellenbetrieb leisten?

Ja, das ist jederzeit möglich. Sie dürfen bei EHA sogar den Zeitpunkt der Umrüstung bestimmen. Unternehmen mit mehreren Standorten können die Umstellung auf Smart Meter also selbst steuern und sie haben zukünftig nur noch einen Ansprechpartner. Außerdem profitieren sie von einer homogenen Zählerinfrastruktur und einheitlichen Energiedateninformationen.

EHA installiert moderne Messsysteme, die bis zu acht Jahre technischen Bestandsschutz genießen. Unabhängig von weiteren Entscheidungen der Bundesnetzagentur oder den Wünschen der grundzuständigen Messstellenbetreiber entscheiden Sie innerhalb der technischen Bestandsschutzzeit selbst, wann intelligente Messsysteme nach § 29 MsbG eingebaut werden. Die Vertragslaufzeit mit EHA als Messstellenbetreiber muss nicht der technischen Bestandsschutzzeit entsprechen.

Die Preise für den EHA Messstellenbetrieb basieren auf einem reinen Mietmodell für Einbau, Betrieb und Wartung der verwendeten technischen Infrastruktur, so dass für Sie keine zusätzlichen Kosten entstehen für die Übernahme der Messstelle durch EHA.

Kann ich jetzt schon etwas tun, um mich auf eine spätere Umstellung der Stromzähler vorzubereiten?

Auch wenn derzeit kein akuter Handlungsbedarf besteht (s. o.), sollten Sie sich frühzeitig mit dem Thema vertraut machen. Das gilt vor allem für Unternehmen mit Stromzählern mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 kWh und für solche, deren Stromzähler deutschlandweit in verschiedenen Netzgebieten verteilt sind. Vor allem wer ein Mitspracherecht beim Umbauprozess wünscht, sollte heute schon in die Planung einsteigen.

Wenn Sie EHA mit dem Messstellenbetrieb beauftragen, können wir gemeinsam den Status quo Ihrer Stromzähler prüfen und ggf. die Termine für die den Umbau planen. Wir unterstützen Sie mit modernen Messsystemen und mit allen relevanten Energiedateninformationen so wie Sie es wünschen.

Sind die EHA Stromzähler auf dem neuesten Stand der Technik?

Ja, wir nutzen bereits heute hochmoderne Messsysteme, die fit sind für die Zukunft. Die EHA Stromzähler messen kontinuierlich den Verbrauch und erstellen Lastgänge zur zeitlichen Visualisierung. Unsere Kunden bekommen über die montierte Hardware hinaus ein modernes Messsystem mit vielen weiteren Vorteilen. Energiewirtschaftlich gesehen übertreffen wir damit sogar die Anforderungen des Gesetzgebers.

Was ist der Unterschied zwischen einem „Gateway-Zähler“ und einem EHA Stromzähler?

Ein Smart-Meter-Gateway bei Stromzählern soll mit einer speziell verschlüsselten Kommunikation für mehr Sicherheit bei der Datenübertragung sorgen. Die Daten der EHA Stromzähler werden schon heute durch ein geschlossenes Netzwerk und eine eigene Infrastruktur abgesichert. Unser IT-System wird dazu noch im Jahr 2017 zertifiziert nach DIN EN ISO 27001.

Das MsbG will primär die mechanischen Stromzähler ablösen und die Datenübertragungssicherheit der Energieverbrauchsinformationen erhöhen, um der Energiewirtschaft eine bedarfsoptimierte Stromerzeugung und -verteilung zu ermöglichen. Der Verbrauchernutzen steht beim MsbG nicht an erster Stelle. So bietet der neue Basiszähler technisch weniger Funktionen als alle heute schon verbauten EHA Stromzähler. Daher lohnt sich die schnelle Umstellung auf ein modernes Messsystem von EHA, wenn Sie zusätzliche Stromzähler-Funktionen zum Beispiel für Vergünstigungen, Steuerungen o. ä. nutzen wollen, die der Basiszähler nicht bieten kann.

Mit einem EHA Stromzähler können Sie also jetzt noch den Standard Ihres Messsystems sichern oder erhöhen für eine technische Bestandsschutzzeit von acht Jahren.

Wie regelt das MsbG die Kosten für die Smart Meter?

Im MsbG sind Preisobergrenzen für Stromzähler verschiedener Anwendungsklassen festgelegt. Diese Grenzen beziehen sich jeweils auf einen Stromzähler mit Basisfunktionen und sie gelten für Verbrauchsklassen bis 100.000 kWh. Oberhalb dieser Verbrauchsgröße überlässt das Gesetz die Preisbildung dem Markt und spricht lediglich von „angemessenes Entgelten“, die der grundzuständige Messstellenbetreiber verlangen kann.

Viele Unternehmen benötigen Leistungen wie Zweitarifmessung zur Differenzierung der Konzessionsabgaben, Leistungsmessung zur Optimierung von Netznutzungsentgelten oder die Auskopplung von Impulsen zur Steuerung der Gebäudeleittechnik. Smart Meter mit Basisfunktionen können das nicht leisten.

Problematisch ist auch die Visualisierung und Analyse von Daten nach dem MsbG. Denn hier ist zwar grundsätzlich bestimmt, dass eine Visualisierung möglich sein soll, die Entgelte für Kunden sind aber nicht geregelt. Die grundzuständigen Messstellenbetreiber müssen erst die Systeme und Prozesse  aufbauen.

Fazit:

Smart Meter mit Basisfunktionen nach dem Modell der Preisobergrenze haben zukünftig weniger Funktionen als die bereits heute installierten EHA Stromzähler. Zwar sind die Kosten für die EHA-Messsysteme in den jeweiligen Anwendungsklassen der Preisobergrenzen etwas höher, dafür bieten sie aber deutliche Mehrwerte. Die EHA Zähler rechtfertigen den Aufpreis, weil sie zusätzliche Leistungen bieten und ihre Mehrkosten mehr als kompensieren. Zudem müssen sich die Prozesse der Visualisierung und Datenanalyse zur Ermittlung von Energieeinsparpotentialen für Kunden erst noch bei den verschiedenen grundzuständigen Messstellenbetreibern herausbilden.

Leistungen, wie sie das EHA Energiecontrolling in Kombination mit modernen Messsystemen aktuell bietet, werden in den nächsten zwei Jahren nach derzeitigem Gesetzesstand nicht mehr verfügbar sein. Unternehmen können sich aber den Bestandsschutz sichern für ein Messsystem mit Stromzähler von EHA und die weitere Entwicklung entspannt abwarten.

Wie sieht EHA die zukünftige Entwicklung laut MsbG?

Smart Meter sind eine Voraussetzung für das intelligente Stromnetz der Zukunft (Smart Grid). Das MsbG dient in seiner heutigen Fassung dazu, Druck auf die Netzbetreiber auszuüben, die überfällige Modernisierung der Messsysteme umzusetzen für eine flächendeckende bedarfsoptimierte Stromerzeugung und -verteilung. Für Unternehmen als Verbraucher hat das MsbG aktuell nur geringe Auswirkungen.

EHA wünscht im Sinne der Kunden in ganz Deutschland einheitliche Prozesse und Systeme beim Messstellenbetrieb. Als bundesweit tätiger wettbewerblicher Messstellenbetreiber wird EHA auch weiterhin Stromzähler einbauen und betreiben, die mehr technische Funktionen als die neuen Basiszähler bieten.

Zudem widmen wir uns gezielt dem Thema Datensicherheit und Sonderservices für unsere Kunden, so dass wir in keinem Fall Abstriche an unserem heutigen Leistungsumfang machen müssen. Entscheiden Sie sich jetzt schnell für ein modernes Messsystem mit einem Stromzähler von EHA, dann sind Sie dem MsbG einen Schritt voraus.

Wer ist mein Ansprechpartner bei EHA für weiteren Fragen?

Bei Fragen zum Thema EHA Stromzähler wenden Sie sich gern an Herrn Florian Gerlspeck.
Telefon: 040 806006-230
E.-Mail: f.gerlspeck@eha.net

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