Grünes Rechenzentrum: Mit Green IT zu mehr Energieeffizienz in Unternehmen

Aktualisiert

Grünes Rechenzentrum: Tastatur mit grüner Taste
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Aktuell wird rund 1% des weltweiten Stroms durch Rechenzentren verbraucht. Dafür verantwortlich ist eine gesteigerte Nutzung von Rechnern in Unternehmen. Die Lösung? - ein grünes Rechenzentrum und das liegt im Trend. Denn das Konzept der Green IT setzt sich mit ressourcenschonendem Verbrauch auseinander und ist ein wichtiger Hebel für mehr Nachhaltigkeit und die Senkung der Betriebskosten im Unternehmen.

Mit der "IT der Zukunft" können Unternehmen, die auf nachhaltige Technologiennutzung setzen, Ressourcen, Kosten und CO2-Emissionen einsparen und sich gleichzeitig Wettbewerbsvorteile sichern.

Grünes Rechenzentrum: Was bedeutet Green IT?

Der Begriff "Green IT" meint den Einsatz und die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien, die in ihrem gesamten Produktlebenszyklus zu einer Entlastung der Umwelt führen – zumindest im Vergleich zu bisherigen Lösungen.

Das Konzept des grünen Rechenzentrums, auch "Green Computing" genannt, verfolgt das Ziel, den weltweit zunehmenden Energiebedarf durch digitale Geräte unter Kontrolle zu halten. Der Grundgedanke dahinter ist, Ressourcen, Materialien und Energie effizient und umweltfreundlich einzusetzen. Nicht zuletzt, da diese Geräte häufig Rohstoffe enthalten, die gefährlich für Natur und Umwelt sein können beziehungsweise selten oder kostbar sind. Stichwort seltene Erden. Wer auf umweltfreundliche Computer und einen schonenden Umgang mit Cloud-Speicherplatz und Servern setzt, kann langfristig Strom sparen und wirtschaftet nachhaltiger.

Warum ist ein grünes Rechenzentrum sinnvoll?

Eine Bitkom-Studie belegt, dass in Deutschland der Betrieb eines Rechenzentrums ca. sechsmal mehr als in anderen europäischen Ländern kostet. Dies liegt vor allem an der EEG-Umlage. Durch die Abschaffung der EEG-Umlage können die Preise zwar sinken, in Zeiten ständig steigender Energiepreise wird das vermutlich aber nur kurzfristig für eine Absenkung und somit Kostenersparnis sorgen.

An einem weiteren Punkt ist jedoch nichts zu ändern: Der massiven Energieverschwendung. So wird lediglich etwa die Hälfte des Stromverbrauchs in einem Rechenzentrum für den Betrieb der Rechner aufgebracht. Der Großteil der anderen Hälfte entfällt an die Energieversorgung und die Kühlung der Server, während ein weiterer kleiner Teil für die Datenspeicherung und den Betrieb der Netze verwendet wird. So werden in Deutschlands Rechenzentren etwa 13 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom in größtenteils ungenutzte Wärme umgewandelt. Klingt schon viel, wenn man sich aber vorstellt, dass das dem jährlichen Strombedarf einer Großstadt wie Berlin entspricht, noch viel mehr.

Mit einem grünen Rechenzentrum kann bereits durch kleine Maßnahmen ein großer Teil der ungenutzten Abwärme wiederverwendet oder vermieden werden. Ein Standby-Modus kann beispielsweise bis zu 99 Prozent der Energieaufnahme während dieser Zeit sparen. Durch das zeitgesteuerte An- und Ausschalten sind jährlich Einsparungen von bis zu 60 Prozent möglich. Auch erneuerbare Energien spielen eine wichtige Rolle für einen umweltfreundlicheren Energieverbrauch bei der Digitalisierung.

Die schwedische Hauptstadt Stockholm ist bisher weltweit eine der wenigen Städte, die Rechenzentren an die Nah- und Fernwärme angeschlossen hat und so die Abwärme für sich nutzt. Das bedeutet, dass bis 2035 etwa 10 Prozent des gesamt Heizbedarfs Stockholms durch die Wärmerückgewinnung gedeckt werden sollen.

Green Computing: Energiesparen im Rechenzentrum

Informationstechnologie ist längst ein integraler Bestandteil unseres Lebens. Dank immer mehr leistungsfähiger Systeme werden größere Datenmengen in immer kürzerer Zeit übermittelt. Vor mehr als 10 Jahren lag der Anteil des gesamten Stromverbrauchs von Informations- und Kommunikationstechnologien bei ca. 10%. Genauso steigt der Bedarf an Servern in IT-Unternehmen stetig an. Geschätzt wird, dass ungefähr 15% des Stromverbrauches der Informations- und Kommunikationstechnologien nur auf Server- und Rechenzentren entfallen. Es lohnt sich also die Energieeinsparpotenziale mal genauer zu betrachten. 

Welche Ziele sollen durch Green IT erreicht werden?

Es gibt zahlreiche Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette, um "Green IT" zu ermöglichen. Alle davon zahlen bestenfalls auf die folgenden, übergeordneten Ziele ein.

  • Bei der Hardware-Herstellung Ressourcen- und Energieverbrauch verringern
  • In der Produktion soziale und faire Arbeitsbedingungen schaffen
  • Möglichst langlebige Hardware herstellen
  • Ressourcenschonende Entwicklung von Software vorantreiben
  • Energieverbrauch senken bei der Nutzung von IT
  • Vermehrtes Recycling und energiesparende Entsorgung
  • IT einsetzen zur Reduktion von Emissionen anderer Produkte
  • Papierausdrucke möglichst vermeiden

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Grünes Rechenzentrum durch folgende Maßnahmen

Für Unternehmen kann der Einsatz von Green IT ein Wettbewerbsfaktor sein. In vielen Branchen besteht ein wirtschaftliches Interesse an der Schaffung von ressourcenschonenden IT-Strukturen – von Hardware über Software bis hin zum Grünstrom-Stromanbieter. Schließlich handelt es sich um einen wirklich effektiven Hebel, der neben der (freiwilligen) CSR-Berichtspflicht und den Bemühungen im Green Marketing das Bild komplett macht.

Ob Solarenergie, Windkraft, Geothermie oder Hydroelektrizität: Auch erneuerbare Energien können für ein grünes Rechenzentrum genutzt werden. Wie Sie sonst mit einfachen Tipps ihren Stromverbrauch im Rechenzentrum reduzieren können, haben wir Ihnen im nächsten Abschnitt zusammengefasst:

Green IT für Unternehmen: 10 Tipps für mehr Energieeffizienz

  1. Standby-Modus nutzen & Geräte abschalten
    Animierter Bildschirmschoner ade! Um im Unternehmensalltag Energie zu sparen, kann der vorkonfigurierte Standby-Modus genutzt werden. Auch das konsequente Herunterfahren von Rechnern zum Feierabend macht in der Summe einen erheblichen Unterschied aus.
  2. Mitarbeiter sensibilisieren
    Um eine Green-IT-Strategie erfolgreich zu implementieren, sollten Sie Ihre Mitarbeiter unbedingt mitnehmen. Wenn alle neuen Prozesse im Alltag integriert sind, wird gelebte Nachhaltigkeit zur Selbstverständlichkeit und stellt auch keinen Mehraufwand dar. Verantwortliche und Vorgesetzte sollten das Thema Nachhaltigkeit selbstverständlich überzeugend vorleben.
  3. IT-Ausstattung dem individuellen Bedarf anpassen
    Wie so oft, steht am Anfang die Bestandsaufnahme- besser bekannt als Ist-Analyse. Wie viele Geräte welcher Art werden benötigt? Gibt es Geräte über den tatsächlichen Bedarf hinausgehend? Schon durch die Ausrichtung der Leistungsfähigkeit von PCs, Druckern und Servern an die tatsächlichen Anforderungen lassen sich die Energiekosten senken.
  4. Energieeffizienz beim Einkauf berücksichtigen
    Energieeffizienz beginnt bereits beim Einkauf. Wer schon bei der Beschaffung aller Komponenten auf deren Energieeffizienz achtet, schont das Budget vorausschauend für die nächsten Anwendungsjahre. Auch Öko-Siegel können bei der Orientierung helfen.
  5. Gerätelandschaft zentralisieren
    Bei so genannten Peripheriegeräten bietet es sich an, die Gerätelandschaft zu zentralisieren. Denn nicht jeder Mitarbeiter braucht eine eigene Komplettausstattung. Multifunktionsgeräte, die etwa die Funktionen von Drucker und Scanner vereinen, sind effizienter als der Betrieb von Einzelgeräten.

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  1. Serverraum kühlen & Beleuchtung umstellen
    Immer noch gehen häufig 50% des Energieverbrauches auf das Konto von Kühlung und Beleuchtung. Mit einem Wechsel zu einer freien Kühlung lässt sich viel Energie und Geld sparen. Anstelle eines veränderten Kühlsystems lässt sich das Rechenzentrum auch einfach auf einer anderen Temperaturstufe betreiben. Ein Beispiel: Statt mit Energie die Rechner auf 22 Grad Celsius herunterzukühlen, wäre eine Erhöhung auf 25 Grad problemlos möglich. Abdeckplatten und LED-Lampen können den Energiebedarf zusätzlich senken.
  2. Green-IT-Virtualisierung und Thin Clients
    Eine andere Option ist die Virtualisierung von Servern, sodass mehrere Server in einer Box stecken können. Dabei sind dann aber mögliche Lücken in den verschiedenen Racks unbedingt zu vermeiden, um die ungekühlte Luft am Zirkulieren zu hindern. Für klassische Office-Anwendungen könnten Thin-Clients eine Alternative sein. Thin- oder auch Lean-Clients, sind kostengünstige Computer, die den Großteil der Rechenleistung auf einen Server auslagern
  3. IT-Prozesse automatisieren
    Wenn regelmäßige Prozesse, wie automatisierte Backups laufen, können diese bestenfalls in die Zeiten mit geringerer Beanspruchung des Systems gelegt werden. So können sie im Hintergrund laufen und die Systemressourcen werden optimal genutzt.
  4. Datenmanagement optimieren
    Identische oder ähnliche Dokumente pro Mitarbeiter, die an verschiedenen Speicherorten abgelegt werden, erfordern Speicherkapazität, reduzieren die Rechenleistung und verbrauchen unnötig mehr Energie. Ein zentrales Daten- und Dateimanagement kann hier Abhilfe schaffen.
  5. Green durch IT – "Green-through-IT-Strategie"
    Bei der "Green through IT"-Idee geht es darum, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu fördern, und zwar mit dem Einsatz von smarten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) selbst. Beispiele sind Videokonferenzen statt aufwendiger Geschäftsreisen oder eine automatisierte Logistik mit optimierten Transportwegen und kürzeren Lagerzeiten. Auch hier sind Unternehmen erfolgreich, die ihre Prozesse systematisch modernisieren und automatisieren.

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