Startschuss für die HDE-Klimaschutzoffensive

Der Einzelhandel übernimmt mit vielen Aktivitäten Verantwortung für den Klimaschutz. Gerade die großen Filialisten leisten hier wertvolle Pionierarbeit und von diesen Erfahrungswerten soll jetzt die gesamte Branche profitieren. Der Handelsverband Deutschland (HDE) ebnet mit seiner Klimaschutzoffensive auch den kleinen und mittleren Unternehmen den Weg zu mehr Energieeffizienz. Um den Klimaschutz maximal zu pushen, braucht es allerdings eine faire Finanzierung der Energiewende und da wäre die Einführung eines CO2-Mindestpreises der richtige Ansatz.

Startschuss für die HDE-Klimaschutzoffensive

Der Großteil der deutschen Einzelhändler gehört zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Viele der Betriebe haben in Sachen Klimaschutz Nachholbedarf gegenüber den großen Konzernen, was angesichts beschränkter Ressourcen kaum verwundert. Um auch diesen Handelsunternehmen ein wirksames Energiemanagement zu ermöglichen, hat der Handelsverband Deutschland (HDE) die Klimaschutzoffensive gestartet. Die Informations- und Motivationskampagne für den Einzelhandel vermittelt praxisnah technisches Know-how.

Die Kampagne verfolgt das Ziel, im Einzelhandel Einsparungen von 300.000 Tonnen CO2 zu erzielen. Das Verbundvorhaben wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) aus Mitteln des Energie- und Klimafonds vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

Virtueller Rundgang durch verschiedene Geschäfte

Konkrete Hilfestellung bietet das Onlineportal www.hde-klimaschutzoffensive.de. Dort wartet eine virtuelle Ladenstraße mit verschiedenen Geschäften und ihren spezifischen Anforderungen. Die Läden sind spielerisch zu erkunden und dabei werden alle Orte gezeigt, die für Energieeinsparungen relevant sind: Kühlmöbel, Beleuchtung, Lüftungen, Heizungen, Lagerräume usw. Wo lauern die Energiefresser und was kann man dagegen tun?

Die Besucher können sich auch mit dem eigenen Energieverbrauch beschäftigen. Wie hoch ist der jährliche Stromverbrauch? Wie effizient arbeitet die Heizungsanlage? Was kostet ein Austausch der Beleuchtung? Wird eine Modernisierung der Heizung oder eine Photovoltaikanlage gefördert? Auf all diese Fragen gibt die Website Antworten. Schnell wird deutlich, wo beim kleinen Händler das Einsparpotenzial schlummert. Die Leitfäden und Checklisten zeigen, dass sich viele Klimaschutzmaßnahmen in Eigenregie und mit geringen Kosten umsetzen lassen. Kommen größere Investitionen in Betracht, können die Einzelhändler direkt ermitteln, ob eine Förderung in Aussicht steht. Eine ständig aktualisierte Förderdatenbank liefert alle Infos zu den Angeboten der Bundesländer sowie möglichen Zuschüssen von Städten und örtlichen Energieversorgern.

Fotonachweis: HDE, Santiago Engelhardt
Fotonachweis: HDE, Santiago Engelhardt

Der Handel ist beim Klimaschutz überproportional belastet

Anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Klimaschutzoffensive am 17. April im Bundesumweltministerium wurde auch erörtert, wie eine Neustrukturierung des Fördersystems für erneuerbare Energien aussehen könnte. Auf einem Podium diskutierten die energiepolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von SPD, FDP und Grünen mit Jan-Oliver Heidrich, Vorsitzender HDE-Energieausschuss und EHA Geschäftsführer. Heidrich machte dabei deutlich, dass der Handel seinen wichtigen Beitrag zur Energiewende unter unfairen (politischen) Rahmenbedingungen leistet.

Die Handelsbranche schultert über die EEG-Umlage zehn Prozent der Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien, obwohl sie nur für rund sechs Prozent des Strombezugs verantwortlich ist. Gleichzeitig profitieren immer noch viele Industrieunternehmen mit vergleichbaren Stromverbräuchen wie die großen Handelsketten von Vergünstigungsregeln. Von den knapp 2,3 Milliarden Euro, die der Handel für die EEG-Umlage entrichtet, wären 0,5 Milliarden Euro von der Industrie zu übernehmen. Mit einer gesetzlichen Neugestaltung der Stromsteuer und EEG-Umlage könnten sowohl Handel als auch Verbraucher um 5,2 Milliarden Euro entlastet werden.

Ein CO2-Mindestpreis legt den Fokus auf den Klimaschutz

„Ein Mindestpreis für CO2 stellt für eine Neufinanzierung der Energiewende ein sinnvolles Instrument dar und würde den Klimaschutz in den Mittelpunkt der Energiewende rücken“, forderte Jan-Oliver Heidrich. Das reformbedürfte System aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der Energie- und Stromsteuer sowie dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) könnte mit einem verursachergerechten CO2-Mindestpreis vereinfacht werden. Klimafreundliche Produkte und Prozesse wären mit dem CO2-Mindestpreis wirtschaftlich besser darstellbar, weil jedes Gramm Kohlendioxid gleichermaßen bepreist wird – unabhängig davon, wo es emittiert wurde.

Bei der Preisgestaltung wären die CO2-Äquivalente von Klimagasen und der Kohlenstoffgehalt fossiler Brennstoffe als Basis praktikabel. Die Einführung eines CO2-Mindestpreises würde sich auf den Einsatz von Kraftwerken auswirken: Weil Strom aus fossilen Ressourcen teurer wird, kämen mehr effizientere Gaskraftwerke ans Netz. Bei der Vermarktung erneuerbarer Energien könnten höhere Preise erzielt und Wettbewerbsvorteile für die Regenerativen gesichert werden. Ein CO2-Preis dürfe aber keinesfalls zu einer Verteuerung des Gesamtstrompreises führen, darüber herrschte Einigkeit unter den Teilnehmern der Podiumsdiskussion.

Weitere Informationen zu Klimaschutzoffensive, Förderprogramme sowie Leitfäden und Checklisten finden Sie unter: www.hde-klimaschutzoffensive.de

Projektleitung Klimaschutzoffensive beim HDE ist Christina Höger, E-Mail: hoeger@hde.de

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