Leistungsspitzen vermeiden: Stromkosten vermeiden mit dem richtigen Lastmanagement

Leistungsspitzen vermeiden
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Wenn Industrieunternehmen am Ende des Jahres mehr für ihren Strom zahlen, obwohl der Energieverbrauch identisch mit dem Verbrauch anderer Unternehmen ist, könnte der Grund folgender sein: Sie verursachen Leistungsspitzen. Sprich, Unternehmen haben ein- oder mehrfach im Jahr Leistungsspitzen, die das Stromnetz außerordentlich hoch belasten.

Die Etablierung eines betrieblichen Lastmanagements hilft Ihnen dabei Schwankungen und Verursacher zu identifizieren und somit die Energiekosten dauerhaft zu senken. Warum das Controlling so wichtig ist und wie andere Unternehmen bereits vom betrieblichen Lastmanagement profitieren, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Leistungsspitzen vermeiden: Darum ist es wichtig

Stromkosten setzen sich für Haushalte und kleine gewerbliche Kunden aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis zusammen. Für Industriekunden wird der Grundpreis bei RLM-Abnahmestellen durch den Leistungspreis ersetzt. Dieser kann zusammen mit einmaligen oder mehrfach im Jahr vorkommenden verursachten Lastspitzen den Stromkostenanteil schnell in die Höhe treiben.

Die Leistungsspitze ist die maximale Leistung in KW (Kilowatt), die ein Kunde innerhalb der letzten zwölf Monate vom Stromnetz abgenommen hat.

Definition

Leistungsspitzen sollten daher möglichst vermieden werden, denn sie sind ein großer Kostenfaktor bei der Stromrechnung.

Strompreise für Unternehmen – aktueller Stand und Entwicklung

Vom einem Höchstpreis zum nächsten und das in rasendem Tempo. Dass die Strompreise in den letzten 10 Jahren zwar kontinuierlich aber langsam gestiegen sind, ist heute ein Zustand, den man sich sehnlichst zurückwünscht. Momentan steigen die Strompreise rapide an. Warum das so ist und wie die Aussicht auf die Strompreise 2022 ist, erklären wir im Folgenden.

Beispielrechnung: Wie sich Leistungsspitzen auf die Stromkosten auswirken

Wie sich Leistungsspitzen konkret auswirken können, zeigen wir hier am Beispiel:

Ein Supermarkt X hat einen Leistungswert von ca. 200 kW pro Jahr. Dieser kann durch Anschluss vieler neuer Verbraucher oder unbeabsichtigten, schlagartigen Mehrverbrauch schnell zum Kostentreiber werden. Je nach Netzgebiet können das pro kW rund 300 Euro sein:

Verteilnetzbetreiber Leistungspreis (>2.500)
Bauer Netz GmbH & Co. KG 314,06 EUR/kW/a
Stadtwerke Barmstedt 286,65 EUR/kW/a
Stadtwerke Stein GmbH & Co KG 266,65 EUR/kW/a
Gemeindewerke Steinhagen GmbH 262,71 EUR/kW/a
Netzgesellschaft Bitterfeld-Wolfen mbH 255,51 EUR/kW/a

Bei einer angenommenen Leistungsspitze von 3-4 verbrauchten kW liegt ein Unternehmen folglich schnell bei Mehrkosten von rund 1.000 Euro. Ohne Lastmanagement kann sich das bei einem Großunternehmen ohne weiteres auf mehrere 10.000 Euro potenzieren. Das ist dann schnell ein großer Teil der jährlichen Gesamtkosten. Mehr als kostenseitig für das Jahr geplant waren. Durch gutes Lastmanagement können Lastspitzen und somit unnötig hohe Kosten für Unternehmen vermieden werden.

Lastspitzen vermeiden: So kann die Spitzenlast begrenzt werden

Es gibt zwei Möglichkeiten die Spitzenlast zu begrenzen. Lastspitzen können durch das Glätten dieser, dem sogenannten Peak Shaving, oder durch eine Lastverschiebung vermieden werden.

Die erste Variante sorgt dafür, dass der Stromverbrauch schnell und kurzfristig reduziert wird. Das kann durch eine Drosselung erfolgen oder indem selbsterzeugter Strom von Eigenerzeugungsanlagen oder aus einem Energiespeicher genutzt wird. So wird die Lastspitze vermieden, indem der Stromverbrauch schlagartig reduziert oder außerhalb des Netzes beschafft wird.

Eine Lastverschiebung wirkt ebenfalls kurzfristig. Wird beispielsweise die Produktion gedrosselt, dann wird der Ausfall bei günstigen Strompreisen oder geringer Netzauslastung nachgeholt. Mit einer Lastverschiebung wird somit der Stromverbrauch anschließend wieder erhöht und somit nur verschoben anstatt reduziert.

Mehr wissen? In unserem Beitrag „Energieoptimierung: Kosteneinsparung durch Begrenzung elektrischer Spitzenlast“ erklären wir die Begrenzung von Leistungsspitzen im Detail.

Begrenzung von Leistungsspitze
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Betriebliches Lastmanagement: Deshalb ist Controlling so wichtig

Themen wie Leistung und Spitzenlast sind komplex, hier lohnt es sich einen Experten als Unterstützung heranzuziehen, um mit betrieblichem Lastmanagement den Stromverbrauch aktiv zu steuern.

Als Experten überwachen und analysieren wir Ihren Stromverbrauch über unseren Messstellenbetrieb und Energieinformationssystem. So können anschließend passende Maßnahmen abgeleitet werden. Gemeinsam mit unseren Kunden stellen wir ein ganzheitliches Energiecontrolling und somit auch einen gleichmäßigen Stromverbrauch ohne Kostenüberraschungen sicher.

Was wir unseren Kunden bieten:

  • Mehrere Varianten des Energiecontrollings je nach Ihrem Bedarf
  • Die volle Kontrolle über Ihre Energiedaten und Kosten
  • Zugriff auf sämtliche tagesaktuelle Energiedaten
  • Die Möglichkeit der Durchführung von eigenständigen detaillierten Analysen
  • Unterjährige Hochrechnungen für eine Planungssicherheit
  • EHA als beratender Partner an Ihrer Seite

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