Das Messstellenbetriebsgesetz – erst prüfen, dann handeln. Wichtige Fragen & Antworten zum MsbG

Aktualisiert

Im Zusammenhang mit dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), dem zentralen Kern des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende, gibt es weiterhin viele Fragen und zusätzlich wurden und werden widersprüchliche Informationen verbreitet.

Das Messstellenbetriebsgesetz – Erst prüfen, dann handeln
Bildquelle: shutterstock

Dies hat zur Verunsicherung in Unternehmen geführt – wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Müssen alle Stromzähler ausgetauscht werden?

Nein. Die veröffentlichte Markterklärung gilt aktuell nur für direktmessende Zähler (Standart-Lastprofil-Zähler für Haushalte und eher kleiner Betriebe), nicht aber für Zähler mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Zähler, für Industrie und größere Gewerbe).

Der Austausch von Zählern ist grundsätzlich verpflichtend, wenn es sich um mechanische Zähler handelt oder bei elektronischen Zählern die Eichfrist abgelaufen ist oder technische Mängel vorliegen.

Sind elektronische Zähler technisch in Ordnung und auch die Eichfrist noch gültig, kann es nichtsdestotrotz sein, dass die Zähler aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ausgetauscht werden müssen – dies wird durch den beschlossenen flächendeckenden Smart Meter Rollout bedingt.

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Welchen Handlungsbedarf gibt es für Unternehmen?

Entgegen anders lautender Behauptungen gibt es für Unternehmen keinen akuten Handlungsbedarf. Der Umbauverpflichtung unterliegen allein die grundzuständigen Messstellenbetreiber.

Wer Angebote von Messstellenbetreibern erhält, sollte zunächst sorgfältig prüfen, ob Preis, Leistung, Referenzen und Zeitpunkt passen.

Warum Unternehmen trotzdem proaktiv handeln sollten?

Dem verpflichtenden Austausch durch den zuständigen Messstellenbetreiber können Unternehmen nur entgegenwirken, wenn Sie sich proaktiv für den Austausch der bestehenden Zähler durch einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber entscheiden.

Dieses ist besonders sinnvoll, wenn ein Leistungszähler eingesetzt werden kann, sprich ein RLM-Zähler. Denn für diese Zähler gibt es aktuell nach MsbG keinen Anwendungsfall und entsprechend keine Einbaupflicht von Smart Meter Gateways.

Mit einer aktiven Entscheidung zum Austausch der Zähler durch einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber profitieren Unternehmen von vielfältigen Vorteilen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Whitepaper zum Messstellenbetriebsgesetz.

Wie sind die Kosten für den Umbau der Zähler geregelt?

Im Gesetz sind Preisobergrenzen für Stromzähler verschiedener Anwendungsklassen festgelegt. Diese Grenzen beziehen sich jeweils auf einen Stromzähler mit Basisfunktionen und sie gelten für Verbrauchsklassen bis 100.000 kWh. Oberhalb dieser Verbrauchsgröße überlässt das Gesetz die Preisbildung dem Markt und spricht lediglich von „angemessenes Entgelten“, die der grundzuständige Messstellenbetreiber verlangen kann.

Viele Unternehmen benötigen Leistungen wie Zweitarifmessung zur Differenzierung der Konzessionsabgaben, Leistungsmessung zur Optimierung von Netznutzungsentgelten oder die Auskopplung von Impulsen zur Steuerung der Gebäudeleittechnik. Smart Meter mit Basisfunktionen können das nicht leisten.

Problematisch ist auch die Visualisierung und Analyse von Daten nach dem MsbG. Denn hier ist zwar grundsätzlich bestimmt, dass eine Visualisierung möglich sein soll, die Entgelte für Kunden sind aber nicht geregelt. Die grundzuständigen Messstellenbetreiber müssen erst die Systeme und Prozesse aufbauen.

Warum braucht es den Umbau der Zählerinfrastruktur?

Intelligente Messsysteme sind eine Voraussetzung für das intelligente Stromnetz der Zukunft (Smart Grid). Das MsbG dient in seiner heutigen Fassung dazu, Druck auf die Netzbetreiber auszuüben, die überfällige Modernisierung der Messsysteme umzusetzen für eine flächendeckende bedarfsoptimierte Stromerzeugung und -verteilung. Für Unternehmen als Verbraucher hat das MsbG aktuell nur geringe Auswirkungen.

Haben Sie Fragen zum Messstellenbetrieb oder zum Messstellenbetriebsgesetz? Sprechen Sie uns an!

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