Pooling von Stromzählern: virtuelles Zusammenlegen von Zählern

Aktualisiert

Pooling von Stromzähler: virtuelles Zusammenlegen von Zählern
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Unternehmen mit Shop-in-Shop-Konzepten oder allgemein Unternehmen mit mehreren Stromzählern an einem Standort, stehen oft vor der Herausforderung, die Stromverbräuche optimal abzubilden.

Pooling von Stromzählern ist die Alternative zum aufwändigen und kostenintensiven physischen Zusammenlegen von Stromzählern.

Das Wichtigste in Kürze: Stromzähler-Pooling

  • Pooling ist ein Instrument für Gewerbe- und Industriekunden.
  • Beim Pooling werden mehrere Stromzähler auf einem Grundstück virtuell zusammengefasst.
  • Durch die Bündelung kann Einfluss auf die Konzessionsabgabe, Leistungskosten oder Grundpreise als Teil der Netznutzungsentgelte genommen werden.
  • Vorteil gegenüber der physischen Zusammenlegung: teure Elektroinstallationsarbeiten entfallen.
  • Voraussetzung sind digital auslesbare Zähler, die der gleichen Netzebene zugeordnet sind.
  • Einfache Umsetzung: Ihr wettbewerblicher Messstellenbetreiber (wMSB) übernimmt die Prüfung der Voraussetzungen und die Abwicklung mit dem Netzbetreiber für Sie.

Wann ist ein Pooling von Stromzählern sinnvoll?

Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel, aus der Logistik, Rechenzentren, Hotels oder allgemein Unternehmen mit mehreren Stromzählern an einem Standort stehen oft vor Herausforderungen, was die Abbildung der Stromverbräuche angeht:

Mehrere Stromzähler für unterschiedliche Gebäudeteile

Bei größeren Abnahmestellen von Strom, wie etwa Industrieanlagen oder Märkten des Lebensmitteleinzelhandel, kommt es vor, dass es mehrere Stromzähler für unterschiedliche Gebäudeteile oder Bereiche gibt:

So kann es einen einzelnen Zähler für den Supermarkt, einen für den Bäcker im Vorkassenbereich, einen für den Metzger im Markt und zusätzlich einen Zähler für den angebundenen Getränkemarkt geben.

Gut zu wissen: Kostenfalle Lastspitzen

Ohne virtuelles Pooling behandelt der Netzbetreiber jede Messstelle als völlig autarkes System. Für einen Supermarkt mit mehreren Messstellen kann das beispielsweise bedeuten: Wenn der Bäcker im Vorkassenbereich morgens um 06:00 Uhr seine Leistungsspitze hat und der Supermarkt selbst um 14:00 Uhr, muss für beide Messstellen der volle Leistungspreis bezahlt werden.

Durch ein Pooling hingegen werden die Verbräuche aller Zähler miteinander verrechnet. Da Leistungsspitzen in der Praxis häufig zeitversetzt auftreten (z. B. Backofen am Morgen vs. Kühlung in der heißen Mittagszeit), wird die Lastkurve in Summe geglättet. Das Ergebnis: Eine deutlich niedrigere Gesamthöchstleistung und somit geringere Netzkosten.

Unser Artikel „Lastmanagement & Peak Shaving von teuren Lastspitzen“ liefert hierzu weitere Details.

Physisches Zusammenlegen von Zählern als kostenintensive Option

Theoretisch ließen sich die unterschiedlichen Zähler des Supermarktes auch physisch zusammenlegen, um zumindest vom möglichen Synergiepotenzial eines einzelnen Netzanschlusspunktes mit Blick auf das Lastmanagement zu profitieren.

Ein physisches Zusammenlegen von Zählern ist jedoch meist mit größeren baulichen Eingriffen in die Elektroinstallation und entsprechend hohen Kosten verbunden. Und bringt ein weiteres Problem mit sich: Der Stromverbrauch lässt sich nicht mehr verursachergerecht dem Bäcker, dem Getränkehandel und dem Supermarkt selbst zuordnen.

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Pooling als kostengünstige Alternative zur Zusammenlegung von Stromzählern

Beim Pooling werden die einzelnen Stromzähler nicht physisch zusammengelegt, sondern nur virtuell. Rechtlich ist das Pooling bereits seit 2017 auf Basis von § 17 Abs. 2a StromNEV verankert.

Pooling von Stromzählern beantragen

Früher war die Zusammenlegung von Zählpunkten ein bürokratischer Kraftakt zwischen Stromversorger und Netzbetreiber. Heute übernimmt Ihr wettbewerblicher Messstellenbetreiber (wMSB) – wie EHA einer ist – die Federführung.

Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Pooling sind klar definiert:

  • Die Stromzähler müssen digital ausgelesen werden können, um einen Summenverbrauch bzw. Summenlastgang bilden zu können.
  • Beide bzw. alle betroffenen Stromzähler gehören zum gleichen Endkunden.
  • Die Stromzähler befinden sich im selben Gebäude oder auf demselben Grundstück – genau genommen muss der Bezug vom selben Netzknotenpunkt erfolgen.
  • Die Stromzähler haben die gleiche Spannungsebene (z. B. Niederspannung).

Nur so ist es für die Netzbetreiber möglich, mehrere Zähler auf einem Grundstück in einer gemeinsamen Netznutzungsabrechnung zusammenzufassen.

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Pooling sorgt für bessere Konditionen

Sind die Voraussetzungen erfüllt, werden die einzelnen Zähler zu einem Zählpunkt, über den anschließend die kumulierte Strommenge abgerechnet wird – Sie werden fortan wie eine einzige, große Abnahmestelle behandelt.

Kleinere und mittlere Energieabnehmer haben, vor allem was die Netzentgelte und die Konzessionsabgabe angeht, im Vergleich zum großen Abnehmer deutlich schlechtere Konditionen.

Anwendungsfall für separate Stromzähler

Pooling geht im Gegensatz zur tatsächlichen Zusammenlegung von Stromzählern mit mehr Flexibilität einher. So einfach, wie Zähler virtuell zusammengelegt werden können, kann das Pooling auch rückgängig gemacht werden.

Dennoch gibt es auch Anwendungsfälle, wo das physische Zusammenlegen von Stromzählern sinnvoller erscheint. Separate Stromzähler sind zum Beispiel sinnvoll, wenn in einem Markt des Lebensmitteleinzelhandel ein unabhängiger Bäcker niedergelassen ist.

Durch separate Stromzähler kann der Stromverbrauch individuell abgerechnet werden. Hier braucht es von Seiten des Supermarkts dann keine aufwändig selbst erstellte Nebenkostenabrechnung mehr. Zusätzlich hat der Bäcker die freie Wahl des Stromversorgers.

Saubere Trennung trotz Bündelung: Die Drittmengenabgrenzung

Ein häufiges Missverständnis beim Pooling ist die Sorge um die Abrechnungsgenauigkeit gegenüber Dritten, wie dem Bäcker im Vorkassenbereich oder dem Metzger im Markt. Hier spielt das Pooling seine digitale Stärke aus.

Obwohl die Lastgänge für die Netzentgeltoptimierung kaufmännisch gebündelt werden, bleiben die Daten der einzelnen Messstellen im System vollumfänglich erhalten, sodass der Unterverbrauch weiter ermittelt werden kann.

Fazit: Die Vorteile von Pooling

Pooling von Stromzählern kann zur Senkung der Netzentgelte an einem Standort beitragen.

Sie interessieren sich für Pooling und ein entsprechendes Messkonzept für Ihre Standorte? Nehmen Sie bei Fragen gerne Kontakt zu uns auf!

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