Solarpaket 1 – Unternehmen als Photovoltaikanlagenbetreiber sollen profitieren

Solarpaket 1 – Unternehmen als Photovoltaikanlagenbetreiber sollen profitieren
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Weiterer Schritt der Energiewende: Der Bundestag hat am 26. April 2024 mit den Stimmen der Ampelkoalition das Solarpaket 1 verabschiedet.

Damit will die Regierung den Bau und Betrieb von PV-Anlagen entbürokratisieren und den Zubau von Photovoltaik beschleunigen. Wird es für Unternehmen jetzt einfacher, die Anlagen zu installieren und Solarenergie zu nutzen?

Mehr Förderung als Motivation

Das Gesetzespaket sieht zum Beispiel vor, dass zur Stärkung des Ausbaus von PV auf Gewerbedächern die Förderung für größere Solaranlagen ab 40 Kilowatt (kW) um 1,5ct/kWh angehoben wird, um die gestiegenen Bau- und Kapitalkosten zu kompensieren. Ab 2026 wachsen zusätzlich die Mengen für die PV-Dachausschreibung großer Anlagen auf 2,3 GW pro Jahr. Um eine wettbewerbliche Preisbildung zu unterstützen, wird nach einer Übergangszeit von einem Jahr die für die Teilnahme an Ausschreibungen verpflichtende Anlagengröße auf 750 kW gesenkt.

Jan-Oliver Heidrich, EHA-Geschäftsführer und Vorsitzender Energieausschuss beim Handelsverband Deutschland (HDE)
Jan-Oliver Heidrich, EHA-Geschäftsführer und Vorsitzender Energieausschuss beim Handelsverband Deutschland (HDE)

Was passiert mit Überschussmengen?

Zukünftig können Betreiber von Anlagen mit einer installierten Leistung bis zu 200 kW ihre Überschussmengen ohne Direktvermarktungskosten – aber auch ohne Vergütung – an den Netzbetreiber weitergeben. Bisher waren bereits Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW zur Direktvermarktung verpflichtet. Von der neuen Regelung profitieren vor allem Anlagenbetreiber mit einem hohen Eigenverbrauch, für die sich die Direktvermarktung heute nicht lohnt.

Einheitenzertifikate für den Nachweis

Zudem benötigen Unternehmen ein Anlagenzertifikat bald erst ab einer Einspeiseleistung von 270 kW oder einer installierten Leistung von mehr als 500 kW. Unterhalb dieser Schwellen genügt ein einfacher Nachweis über Einheitenzertifikate. Zur massentauglichen Ausgestaltung des Verfahrens schafft das Solarpaket 1 die gesetzliche Grundlage für die erforderliche Datenbank für Einheitenzertifikate.

Keine Zusammenfassung von Anlagen hinter verschiedenen Netzanschlusspunkten

Darüber hinaus bringt das Gesetzespaket Änderungen bei der sogenannten Anlagenzusammenfassung. Während das EEG zur Ermittlung der Größe von Solaranlagen unter bestimmten Voraussetzungen mehrere Anlagen wie eine Anlage ansieht, macht das Solarpaket 1 eine Ausnahme von dieser Regelung für Dachanlagen hinter verschiedenen Netzanschlusspunkten. Auf eine einfache Formel gebracht: Die Anlage auf dem benachbarten Wohnhaus führt zukünftig nicht mehr dazu, dass die eigene Anlage größer gerechnet wird und dann entsprechende Anforderungen erfüllen muss.

Wir begrüßen das neue Gesetzespaket und sind zuversichtlich, dass es den Zubau von Photovoltaik beschleunigen wird.

Jan-Oliver Heidrich, EHA Geschäftsführer und Vorsitzender des Energieausschuss beim Handelsverband Deutschland (HDE)

Jan-Oliver Heidrich, EHA Geschäftsführer und Vorsitzender des Energieausschuss beim Handelsverband Deutschland (HDE) kommentiert: „Wir begrüßen das neue Gesetzespaket und sind zuversichtlich, dass es den Zubau von Photovoltaik beschleunigen wird.

Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass Unternehmen als Anlagenbetreiber ihre Überschussmengen entweder in die Direktvermarktung geben, oder alternativ verschenken müssen. Das wird den Trend zu kleineren Zero-Feed-In-Anlagen verstärken.

Darüber hinaus hätten wir uns höhere Leistungs-Schwellenwerte für den einfachen Nachweis über Einheitenzertifikate gewünscht.“

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