Strom-Umlagen und -Abgaben im Überblick

Aktualisiert

Umlagen und Abgaben sind maßgebliche Bestandteile des Strompreises und somit ein wichtiger Faktor für die Zusammensetzung des Strompreises und allgemein den Strommarkt in Deutschland.

Strom-Umlagen und -Abgaben
Bildquelle: Shutterstock / Valentin Drull

Die Stromumlagen und -abgaben haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Preisbildung und weisen unterschiedliche Einsparpotenziale für Unternehmen auf. Diese Potenziale können dabei helfen, die Stromkosten nachhaltig zu optimieren und zu senken.

Die angegebenen Kosten in Cent stellen die aktuellen Umlagen und Entgelte von 2018 dar (BDEW).

Die aktuellen Umlagen und Abgaben gliedern sich, in zeitlicher Reihenfolge ihrer Einführung, wie folgt:

Die Konzessionsabgabe

Wollen Strom- und Gasnetzbetreiber auf öffentlichem Grund Energieversorgungsleitungen verlegen bzw. nutzen, müssen sie dafür Geld an die zuständige Kommune bezahlen – die sogenannte Konzessionsabgabe. Der Anteil der Konzessionsabgabe am Strompreis beträgt aktuell rund 6 Prozent.

Da die Stromnetzbetreiber die Konzessionsabgabe über den Strompreis direkt an die Endverbraucher durchreichen, fließt die Konzessionsabgabe in die Berechnung des Strompreises mit ein. Endverbraucher in diesem Sinne sind auch Unternehmen.

Die Regelungen zur Konzessionsabgabe gehen auf das Energiewirtschaftsgesetz von 1935 zurück. Das Gesetz wurde seitdem zwar mehrfach novelliert, hat aber im Grunde seit 1935 Bestand.

Unter bestimmten Umständen können Unternehmen von verringerten Konzessionsabgaben profitieren.

Die EEG-Umlage

Strom-Umlagen - EEG-Umlage

Die EEG-Umlage wurde bereits im Jahr 2000 eingeführt. Mittels der EEG-Umlage wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland finanziert. So wird jeder Stromverbraucher am Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligt. Die EEG-Umlage gehört zu den höchsten Umlagen. Im Jahr 2019 sinkt die Umlage absolut betrachtet jedoch zum zweiten Mal seit ihrer Einführung um knapp 6 Prozent.

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Die KWK-Umlage

Die 2002 mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) eingeführte Umlage, dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die KWK-Technologie wird in Deutschland gesondert gefördert, da sie eine gute Umweltbilanz aufweist. Die Kraft-Wärme-Technologie ist sehr ressourcenschonend und trägt zu einer signifikanten Energieeinsparung bei – wie u. a. das Beispiel des Blockheizkraftwerks für das REWE Logistikzentrum in Eitting zeigt.

Die KWK-Umlage ist vergleichbar mit der EEG-Umlage: Auch die KWK-Umlage wird direkt über den Strompreis auf den Endverbraucher umgelegt.

Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

Lassen sich Unternehmen von den Netzentgelten befreien bzw. reduzieren diese, führt dies dazu, dass den Netzbetreibern Einnahmen entgehen. Für diesen Fall wurde 2012 die Umlage nach § 19 Abs. 2 StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) eingeführt. Mit dieser Umlage werden entgangene Erlöse der Verteilernetzbetreiber durch reduzierte Netzentgelte finanziert und auf die Endverbraucher umgelegt.

Offshore- Haftungsumlage

Die Offshore-Haftungsumlage ist seit dem 01.01.2013 ein Bestandteil des Strompreises. Mit dieser Umlage übernehmen alle Stromverbraucher zu einem großen Teil Schadensersatzkosten, die durch den verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch lange Netzunterbrechungen entstehen können.

Die Offshore-Haftungsumlage ist damit quasi eine "Vollkasko-Versicherung für Netzbetreiber", nur dass die Versicherungsbeiträge der Verbraucher bezahlt.

Umlage für abschaltbare Lasten

Die Umlage für abschaltbare Lasten nach § 18 AbLaV (Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten) wurde 2014 eingeführt. Bei Ausfällen oder Spannungsproblemen im Netz kann es passieren, dass Teile des Stromnetzes abgeschaltet werden müssen. Dieser Prozess wird als Lastabwurf bezeichnet und ist die letzte Möglichkeit, um den drohenden Zusammenbruch eines Stromnetzes entgegenzuwirken.

Durch den Lastabwurf wird das verbliebene Netz stabilisiert. Somit kann die nationale Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Dies führt jedoch in den betroffenen Gebieten zu einem kurzfristigen Stromausfall. Die Kosten für eine solche kurzfristige Stromunterbrechung werden über die abLa-Umlage auf den Strompreis umgelegt. Die Abschaltverordnung gilt allgemein als erster Schritt in Richtung eines Smart Grids.

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