Stromumlagen 2017 veröffentlicht

Staatlich induzierte Preisbestandteile lassen Kosten steigen

Am 25. Oktober veröffentlichten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber die Beträge für die Umlage nach § 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung, für die Abschaltbare-Lasten-Umlage sowie für die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Gesetz). Demnach müssen Unternehmen als Endverbraucher von Strom ab dem 1. Januar 2017 mit moderat erhöhten Belastungen rechnen.

Stromumlagen 2017 veröffentlicht
Bildquelle: Getty Images

Teurer: Die Umlage nach der Stromnetzentgeltverordnung

Verteuert wird der Strom durch die jetzt bekannt gegebene Umlage nach der Stromnetzentgeltverordnung. Die Höhe der Umlage nach § 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung wird 2017 für Kunden mit einem Jahresverbrauch bis 1.000.000 kWh 0,388 ct/kWh betragen (2016: 0,378 ct/ kWh). Unternehmen mit mehr als 1.000.000 kWh Jahresverbrauch zahlen für die darüber hinausgehenden Strombezüge zusätzlich eine maximale Umlage in Höhe von 0,05 ct/ kWh.

„Mit der Umlage nach § 19 Absatz 2 StromNEV werden entgangene Einnahmen der Netzbetreiber aus Netznutzungsentgelten finanziert, da sich Stromverbraucher der Industrie unter bestimmten Voraussetzungen teilweise von den Netzentgelten befreien lassen können“, erläutert Holger Krämer, Leiter Kundenservice bei EHA.

Reaktiviert: Die Umlage für abschaltbare Lasten

Im letzten Jahr war sie ausgesetzt, in 2017 wird sie wieder erhoben: die Umlage für abschaltbare Lasten nach § 18 der Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbLaV). Den Betrag in Höhe von 0,006 ct/kWh müssen alle Letztverbraucher bezahlen und zwar unabhängig von ihrem Jahresverbrauch.

Mit kleinem Fragezeichen: Die KWKG-Umlage

Das Gesetzgebungsverfahren zum Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG 2017) ist noch nicht abgeschlossen. Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Umlagebeträge indikativ auf Basis des aktuellen Regierungsentwurfs und alternativ nach dem geltenden KWKG 2016 veröffentlicht. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das KWKG 2017 zur Anwendung kommt.

„In diesem Fall erwartet Kunden mit einem Jahresverbrauch von bis zu 1.000.000 kWh eine Umlage in Höhe von 0,438 ct/kWh, was eine leichte Entlastung bedeuten würde. Unternehmen mit mehr als 1.000.000 kWh Stromverbrauch jährlich können allerdings nach der aktuellen Interpretation des KWKG 2017 nur noch in Ausnahmefällen einen reduzierten Satz in Anspruch nehmen, d.h. hier steigt die Belastung der Unternehmen, so Holger Krämer.

Die Stromversorger können die indikative KWKG-Umlage in die Kalkulation der Endkundenpreise einbeziehen, auch wenn die gesetzliche Grundlage erst kurz vor Wirksamwerden der Preise in Kraft tritt. Achtung: Wird eine Preisänderung nach dem 1. Januar 2017 vorgenommen, dürfen Lieferanten mögliche Differenzbeträge aus den Vormonaten nachträglich berücksichtigen.

Staatlich regulierte Preisbestandteile sorgen für Kostendruck

Mehr als die Hälfte des Endkundenpreises wird auch in 2017 wieder auf staatlich induzierten Bestandteilen beruhen. Neben der neuen EEG-Umlage in Höhe von 6,88 ct/ kWh (2016: 6,354 ct/ kWh) erweisen sich oftmals auch die Netzentgelte als Kostentreiber. Bundesweit betrachtet steigen die Leitungsgebühren im nächsten Jahr um rund 10 Prozent, wobei es starke regionale Schwankungen gibt. Besonders hart trifft es Unternehmen in Bayern, Norddeutschland, im Rhein-Main-Gebiet und im Osten der Republik. Eine Ursache für die ungleichen Netzentgelte ist die unterschiedliche Entwicklung der erneuerbaren Energien, welche besondere Anforderungen an den Netzausbau und den Netzbetrieb stellen. Da die Kosten dafür regional umgelegt werden, führt das in Gebieten mit großem Anteil der erneuerbaren Energien zu überdurchschnittlich hohen Gebühren.

Stromkostenoptimierung als Ausweg

Die staatlich regulierten Preiskomponenten gelten als nicht beeinflussbar – eine Einschätzung, der Holger Krämer widerspricht: „Filialisten und Verbundgruppen können Netzentgelte und Abgaben reduzieren. Solche Unternehmen können mit EHA als deutschlandweit aktivem Dienstleister Einsparungen erzielen, die höher sind als die Schwankungen beim Energiepreis. In den nächsten Jahren bietet insbesondere die offensichtliche Verschiebung der Entgelte in Richtung höhere Leistungspreise Potenziale".

Eine einfache tabellarische Übersicht über alle Preisbestandteile finden Sie hier: www.eha.net/sko

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