Was bringt 2017?

Die wichtigsten Energiethemen des Jahres im Überblick

Ein Puzzle mit vielen Teilen – das ist die Energiewende. Im Jahr 2017 wird fleißig weiter gebaut an der grundlegenden Umstellung von Deutschlands Energieversorgung. Was kommt auf die Großverbraucher zu und was ist wirklich wichtig? Die EHA-Geschäftsführer Jan-Oliver Heidrich und Dirk Mithöfer blicken auf die Top-Themen der nächsten Monate.

Die wichtigsten Energiethemen des Jahres im Überblick

Jan-Oliver Heidrich ist als EHA-Geschäftsführer zuständig für Energiebeschaffung und -handel sowie für energiepolitische Themen durch seine Tätigkeit als Vorsitzender des Energieausschusses beim Handelsverband Deutschland (HDE).

Jan-Oliver Heidrich, EHA Geschäftsführer
Jan-Oliver Heidrich, EHA Geschäftsführer

Power to Heat: Das Revival der Elektrowärme

Wärme aus Strom erzeugen – das schien lange ein Irrweg. Heute gilt Power to Heat (PtH) als eine vielversprechende Methode zur besseren Integration der Erneuerbaren Energien in ein intelligentes Stromnetz. Kurz gefasst geht es darum, nicht speicherbaren Überschussstrom aus den Erneuerbaren für die Wärmebereitstellung zu verwenden.

So lassen sich fossile Energieträger und Emissionen einsparen. Anders als die Elektrospeicherheizungen mit schlechtem Ruf, sind PtH-Anlagen Hybridsysteme und können immer auch mit chemischem Brennstoff heizen. Die Bundesregierung erachtet Power to Heat jedenfalls als förderungswürdig und wird den Zubau von Anlagen, ab 2017 bezuschussen, bis ein Gesamtleistungsvolumen von 2.000 MW erreicht ist. Für Unternehmen als Betreiber bieten sich damit interessante wirtschaftliche Perspektiven.

E-Mobility: Der Beitrag des Handels

Keine Frage, der E-Mobility gehört die Zukunft. Für den endgültigen Durchbruch bedarf es aber zunächst einer flächendeckenden Versorgung mit Ladestationen, was im öffentlichen Raum eine große Herausforderung darstellen wird. Die Debatte um den dringend benötigten Ausbau der Ladeinfrastruktur nahm in den letzten Wochen noch einmal Fahrt auf. Ein Konsortium der Autoindustrie kündigte an, in den nächsten Jahren tausende öffentliche Stromtankstellen zu bauen. Auch das in diesem Jahr angelaufene Förderprogramm des Bundes soll auch den Handel zum Bau von Ladesäulen veranlassen. Für Investitionen in größerem Umfang bedarf es aber noch zusätzlicher Anreize, da die Fördersummen für den Handel zurzeit wenig interessant sind. Alles in allem gilt es noch einige Schwierigkeiten und Hindernisse zu beseitigen, um Ladesäulen auch für den Handel attraktiv zu machen und so einen flächendeckenderen Ausbau schneller vorantreiben zu können. Hinzu kommt, dass der häufig angepriesene Zusatznutzen der Säulen, z. B. verbesserte Kundenbindung oder eine längere Verweildauer im Markt eher kritisch zu bewerten sind.

Energiewende: Das Ringen um die Finanzierung

Wer bezahlt die Rechnung für die Energiewende? Die Finanzierung des Systemumbaus will gestemmt werden, immerhin belaufen sich die Kosten von 2000 bis 2025 in Deutschland auf eine astronomisch anmutende Summe von bis zu 550 Milliarden Euro. Als größter Kostentreiber gilt die EEG-Umlage mit rund 400 Milliarden Euro und eben diese Umlage stieg zu Jahresbeginn auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Steuern, Umlagen und Abgaben machen aktuell 54 Prozent des Gesamtstrompreises aus, doppelt so viel wie bei Erdgas und Erdöl. Und die Belastungen sind ungleich verteilt, denken wir nur an die Industrieprivilegien und die großen regionalen Unterschiede bei den Netzentgelten.

Auch wir werden uns über unsere Interessenvertretung des HDE in die politische Diskussion einbringen. Hierzu ist ein eigener Vorschlag zur Umfinanzierung des Energiesystems vorgelegt worden, der im Wesentlichen drei Komponenten enthält, die die Energiewende gerechter machen sollen. Das Konzept sieht eine Kombination von steuerfinanzierten Industrieprivilegien, langfristig gestreckten Fondsfinanzierungen für die Innovationsaltlasten der hohen Vergütungsätze der ersten EEG-Jahre und eine sektorenübergreifende CO2-Steuer vor, die das Aufkommen von CO2 nicht nur dem Strom, sondern auch der Wärme und dem Verkehr aufbürdet. Diese Maßnahmen hätten eher eine Lenkwirkung auf das Verbrauchsverhalten und würden einen Anreiz für klimafreundliche Projekte schaffen.

Dirk Mithöfer legt als EHA-Geschäftsführer seinen Fokus auf die Bereiche Vertrieb und Energieberatung.

Dirk Mithöfer, EHA Geschäftsführer
Dirk Mithöfer, EHA Geschäftsführer

Energiemanagementsysteme: Die Anforderungen steigen

Der Schlüssel zu mehr Energieeffizienz für Unternehmen ist ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 und die entsprechende Zertifizierung ist bald eine noch anspruchsvollere Aufgabe. Ab dem Stichtag 14. Oktober 2017 muss bei Neu- und Re-Zertifizierungen die Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachgewiesen werden. Zukünftig sind die Unternehmen also herausgefordert, nicht nur ihre Prozesse zu optimieren, sondern auch die durchgeführten Maßnahmen belastbar und plausibel nachzuweisen. In den Fokus rücken so die Aktionspläne zur Steuerung und Überwachung von Einsparmaßnahmen. Außerdem müssen die Mitarbeiter mit wesentlichem Einfluss auf Energieverbrauch und Energieeffizienz identifiziert werden, um sie gebührend einzubeziehen.

Der Hintergrund der Änderungen: Das International Accreditation Forum (IAF) will die Zertifizierungspraxis im Bereich der Energieeffizienz weltweit vereinheitlichen, um den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz der ISO 50001 für Energiemanagementsysteme zu erhöhen. Dazu wird, wie für alle anderen ISO Management Normen, die High Level Structure (HLS) eingeführt.

Für den Nachweis der verbesserten Ergebnisse hinsichtlich der Energieeffizienz benötigen Unternehmen leistungsfähige Messtechnik. EHA bietet die Messdienstleistung nach einheitlichen Prozessstandards und mit modernsten Anlagen.

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Die EHA Energie-Handels-Gesellschaft ist der Energiedienstleister für Unternehmen mit vielen Standorten. Als verlässlicher Partner in allen Energiethemen bieten wir ein breites Spektrum an Services und Mehrwerten, die immer genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind.

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