Windenergie – Die Energie der Zukunft?

Erneuerbare Energien spielen in der heutigen Zeit eine immer wichtigere Rolle und treiben die Energiewende maßgeblich voran.

Windenergie – Die Energie der Zukunft?
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Die Windenergie trägt den größten Teil zur Erzeugung regenerativen Stroms bei. Wie Windenergie aktuell in Deutschland genutzt, gefördert und ausgebaut wird, lesen Sie im Folgenden.

Nutzung von Windenergie in Deutschland

Die Errichtung der ersten kommerziellen Windkraftanlage fand in Deutschland bereits 1990 statt, also vor fast 30 Jahren. Seitdem ist Stromerzeugung aus Windkraft auf Erfolgskurs: Mit 40 % stellt die Windenergie heute den größten Anteil am erneuerbaren Strom in Deutschland. Betrachtet man die tatsächliche Stromerzeugung, dann ist die Windkraft heute in Deutschland der zweitwichtigste Energieträger – die Braunkohle liegt auf Platz 1.

Im Jahr 2018 waren in Deutschland 30.518 Windenergieanlagen in Deutschland installiert – 29.213 Onshore und 1.305 Offshore. Die installierte Leistung betrug dabei 59.313 Megawatt, was in etwa 60 großen Atommeilern entspricht. Mit 112 Milliarden kWh erzeugtem Strom beträgt der Anteil, den die Windkraft an der deutschen Stromproduktion hat, etwa 20,4 %.

Förderung von Windenergie in Deutschland

Sowohl nach dem EEG 2014 als auch nach dem EEG 2017 wird Strom aus erneuerbaren Energien durch die Auszahlung einer Marktprämie oder der Einspeisevergütung gefördert.

  1. Marktprämie
    Bei der vorherrschenden Förderung über die Marktprämie vermarktet der Anlagenbetreiber oder ein Dritter den erzeugten Strom zunächst selbst. Er erhält dann, zusätzlich zu dem am Markt erzielten Erlös, die sogenannte Marktprämie.
  2. Einspeisevergütung
    Im Falle der Einspeisevergütung wird der Strom nicht direkt vermarktet, sondern durch die Anlagenbetreiber den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) zur Verfügung gestellt. Diese wiederum vermarkten den Strom an der Börse. Die Anlagenbetreiber erhalten, unabhängig davon, welchen Preis die ÜNB an der Börse für den Strom erzielen, eine Einspeisevergütung. 

 Das Problem, vor dem viele Anlagenbetreiber jedoch jetzt stehen, ist, dass Ende 2020 die ersten Anlagen nicht länger gefördert werden, da die Einspeisevergütung damals auf 20 Jahre angelegt war. Insgesamt sind etwa Windräder mit rund 4.000 Megawatt Gesamtleistung vom Förderende betroffen.

Der Weiterbetrieb der etwa 20 Jahre alten Anlagen lohnt sich dann für viele Betreiber nicht mehr, da sie technisch überholt und weniger effizient als neue Anlagen sind. So lohnen sie sich ohne die Förderung nur noch an sehr windreichen Standorten.

Rückgang des Ausbaus der Windkraft in Deutschland

Der Windenergieausbau an Land ist in Deutschland nach dem Rekordjahr 2017 im Jahr 2018 um etwa 55 % zurückgegangen. Dafür ist zum einen die auslaufende Förderung ein Grund, aber auch Platzmangel und Rechtstreitigkeiten stellen Hindernisse dar.

  1. Platzmangel
    Die Flächenverfügbarkeit ist mittlerweile stark eingeschränkt. So sind in den ersten drei Quartalen im Jahr 2018 nur für 330 Anlagen und 1.100 Megawatt Genehmigungen erteilt worden – das entspricht ein Drittel der Bewilligungen früherer Jahre. Das könnte dazu führen, dass es in den kommenden Ausschreibungsrunden mangels genehmigter Standorte zu keinem ausreichenden Wettbewerb kommt.
  2. Rechtsstreitigkeiten
    Auch die gerichtlichen Klagen durch Anwohner, Bürgerinitiativen oder Vogelschützer häufen sich. Nach Branchenschätzungen dürften derzeit mehr als 200 geplante Anlagen durch Rechtsstreitigkeiten blockiert sein.

Mit Blick auf den weiteren Ausbau der Windenergie an Land sehen die Perspektiven aufgrund deutlich rückläufiger Genehmigungszahlen eher schwach aus, sodass auch für 2019 ein nur geringer Zubau zu erwarten ist. Hoffnungsträger sind die im Energiesammelgesetz festgelegten Sonderausschreibungen, die ab 2021 den Zubau wieder ankurbeln könnten.

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